Yad Vashem, Bethlehem und der European Songcontest

23 Okt

Hallo zusammen und viele Grüße aus Palästina. Ich sag es mal gleich zum Anfang des Artikels, im Moment sind wir ja unterwegs und da ist es ein bisschen schwierig so viele Fotos hochzuladen. Das werde ich sicher die nächsten Tage noch nachholen aber im Moment müsst ihr euch meistens erst mal mit ner Textfassung begnügen.

Für einige von uns wegen der Tag heute morgen relativ früh an. Um 6:15 Uhr war Chi Gong auf der Terrasse draußen angesagt, leider ohne Sonnenaufgang  wie mir berichtet wurde, denn mein Wecker kennt so früh Uhrzeiten glaube ich gar nicht, aber für diese Truppe hat der Tag trotzdem gut begonnen.

Nach dem Frühstück hat dann  für alle der Tag mit einem such in Yad Vaschem .  begonnen. Yad Vashem ist eine Gedenkstätte für den Holocaust. Aber auch ein riesiges Archiv indem möglichst die Geschichte eines jeden getöteten Juden während des Holocaust aufgearbeitet werden soll.

Wir hatten heute wieder einen tollen tour guide: Chaim. Er hat in Deutschland gelebt und studiert und sprach deswegen perfekt deutsch. Wir haben zwar in Israel viele Führungen auf Englisch machen können aber ich finde für Yad  Vaschem   es schon nicht unwichtig alles zu verstehen.

Er hat uns zunächst eine Einweisung überall das gesamte Gelände gegeben.  dann hat er uns kurz die Allee der Gerechten erklärt. Hier wurden Bäume gepflanzt für Menschen die Juden während des Holocausts geholfen haben. Mittlerweile ist kein Platz mehr für neue Bäume dafür gibt es jetzt eine Wand in mit einer Gedenktafel auf der die Namen eingetragen werden. Es gibt ein Komitee die darüber entscheiden ob jemand berechtigt ist dort verewigt zu werden. Denn das hat zur Folge, dass derjenige nicht nur eine Urkunde und eine nette Feier bekommen sondern er bekommt auch die israelische Staatsangehörigkeit wenn er sie denn haben möchte, Pensionsansprüche Sozialversicherung Krankenversicherung und so weiter.

Oskar Schindler, den viele aus Schindlers Liste kennen, z.b. darüber wurde lange verhandelt ob er denn das Recht hat dort einen Baum gepflanzt zu bekommen oder nicht. Denn die Voraussetzung ist, dass man Juden uneigennützig geholfen haben muss dass man selbst keinen Vorteil rausgezogen hat. Oskar Schindler hat ja zunächst mit Zwangsarbeitern ganz viel Geld verdient, hat es aber letztendlich für die Rettung von Juden ausgegeben. Daher hat er letztendlich dann doch einen Baum bekommen.

Weiter ging es ins Museum. Hier war es so unfassbar voll. Ich kann das gar nicht in Worten beschreiben wie viele Touristengruppen hier im Moment unterwegs sind. Aber das war, um schonmal vorzugreifen  nicht nur hier so, sondern auch in Jerusalem oder auch heute in Bethlehem. Die Geburtskirche war so voll … es erinnert ein etwa an eine Warteschlange im Phantasialand.

Das ist ja eigentlich ein gutes Zeichen, denn das bedeutet dass die politische Situation hier dermaßen ruhig ist im Moment viele Touristen nach Israel und Palästina kommen.

Wie schon gesagt im Museum war sehr voll und dementsprechend stickig war es dann auch. Tim hatte sich von gestern noch nicht ganz erholt und er wollte dann gerne an die frische Luft. Kurze Zeit folgte Anna weil auch sie heute nicht ganz fit auf den Beinen war. Wir haben heute schon gesagt das heißt nicht Nazareth sondern Lazarett. Zum Glück haben wir ja „Krankenschwester“ Lisa dabei, denn sie war perfekt ausgestattet mit der Notfallapotheke.

Heute Mittag sind wir dann nach Betlehem gefahren. Unser Bus konnte uns nur bis zum Checkpoint bringen, denn Israelis ist das Betreten von Palästina verboten. Nachdem wir zunächst einen falschen Checkpoint angefahren sind, sind wir dann an der richtigen Stelle mit unserem kompletten Gepäck ausgestiegen. Bis wir dann den richtigen Weg gefunden haben das hat auch noch ein bisschen gedauert. Denn da wo der Eingang sonst war, durften jetzt nur noch Autos her fahren, den nächsten Eingang den wir nehmen wollten war der Ausgang. Dann hat ein freundlicher Palästinenser erbarmt und uns den richtigen Weg gezeigt.

Faten Mukarker, eine christliche Palästinenserin, hat schon auf der anderen Seite auf uns gewartet. Sie hatte einen Kleinbus geordert, mit dem wir dann zuerst einmal zu unserem Gästehaus von Lifegate gefahren sind. Dort haben wir erstmal unser Gepäck abgestellt und Tim hat sich erstmal in seinem Bett verkrümelt.

Wir anderen sind dann zu Faten nach Hause gefahren und haben erstmal Mittag gegessen. Es gab palästinensischen Couscous und eine Soße mit Rinderhack, Kichererbsen, Zwiebeln und Tomatensauce. So ausgelassen wie die Stimmung heute Mittag war, waren glaube ich ein paar viele Kichererbsen in dem Essen… Grins.

Anschließend ging es weiter zu Lifegate. Lifegate ist eine Einrichtung , die sich um behinderte Jugendliche in Palästina kümmert. Hier bekommen die Kinder Frühförderung, sie kommen überhaupt in den Kindergarten in die Schule und machen auch eine Berufsausbildung. Es gibt Sozialarbeiter die zu den Eltern nach Hause fahren und sich darum kümmern, dass die Kinder auch zu Hause gefördert werden, denn das ist hier in Palästina nicht so üblich.Der CVJM Halver  hat schon mehrfach einen Teil des Erlöses von der Weihnachtsbaumsammelaktion in Halver an Lifegate gespendet. Auch wir vom Arbeitskreis deutsch-israelischer Dialog und auch der CVJM haben schon mal Olivenholzarbeiten von Lifegate in Halver auf dem Weihnachtsmarkt verkauft.

Anschließend sind wir zur Geburtskirche gefahren. Wie gerade schon erwähnt… Es war rappelvoll. Aber dennoch hat Faten uns einiges zeigen können. (Ich weiss, das Foto steht auf dem Kopf, aber ich bekomme es gerade nicht gedreht…)

Wir haben auch ihren Sohn Kamal haben wir getroffen der mit einer anderen Gruppe unterwegs war.

Wir sind anschließend zu Fuß durch die Altstadt von Bethlehem gelaufen haben noch den einen oder anderen Schekel ausgegeben und sind dann zum Gästehaus von lifegate gelaufen.

Hier gab es erstmal Abendessen in einem tollen Kellergewölbe. Lifegate ist an ein Kloster angeschlossen. Nach dem Abendessen haben wir noch mit Faten Mukarker zusammen draußen gesessen und sie hat uns ihre Lebensgeschichte oder das heißt ein Teil ihrer Lebensgeschichte erzählt.(Hmpf…. Panoramabilder zeigt es irgendwie nur auf dem Kopf…)

Sie ist in Bad Jala geboren sie ist aber in Bonn aufgewachsen und auch dort zur Schule gegangen bevor sie mit 18 nach Palästina verheiratet worden ist. Sie hat uns mal erzählt wie denn das Leben in einer Großfamilie in Palästina so ist und auch den Unterschied zwischen deutschen und arabischen Frauen. Das war schon ganz spannend sie hat uns auch ein bisschen was erzählt über die den Nahostkonflikt aus palästinensischer Sicht. Ich finde es immer gut wenn man mal mehrere Meinungen hört. Sie geht übrigens im November wieder in Deutschland auf Lesereise. Vielleicht ist sie ja auch bei uns irgendwo in der Nähe, ich würde den Termin dann mitteilen. Dass wir uns lohnt sich immer ihr zuzuhören. Sie war auch schon zweimal bei uns in Halver zu Gast.

Anschließend haben wir noch draußen gesessen und gemeinsamen gesungen. Da waren auch so Lieder wie ‚Moskau“ dabei.  das kennen viele Israelis noch von European Song Contest. Es war wirklich ein witziger Abend.

Tag 9 – Check

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